Sonja Kremer
Schulische Bildung und Regionalkoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im Kreis Heinsberg
Tel.: 02452/13-4226
E-Mail: sonja.kremer@kreis-heinsberg.de
Schulen setzen starkes Zeichen für Demokratie und Vielfalt
Willkommen in Deutschland dem Land der Dichter Denker und Datenschutzbeauftragten
Am Vormittag des 10.02.2026 wurde es bunt im Atrium des Cusanus Gymnasiums in Erkelenz. Bereits zum fünften Mal fand im Kreis Heinsberg die Projektveranstaltung „Schule gestalten – Vielfalt leben“ statt. Elf weiterführende Schulen beteiligen sich inzwischen an dem Format – sieben von ihnen präsentierten in diesem Jahr ihre Projekte rund um Demokratie, Vielfalt und gelebte Verantwortung.
Die Veranstaltung war nicht nur für teilnehmende Schulen gedacht: Auch interessierte Gäste nutzten die Gelegenheit zum Austausch, zur Vernetzung und zum offenen Gespräch.
Eröffnet wurde der Vormittag von Projektpate Heinz Küppers, besser bekannt als Travestiekünstler Henriette von Küppersbusch. Mit klaren Worten brachte er es auf den Punkt: „Wir sind alle anders – und jede*r ist gut, so wie sie oder er ist.“
Gleichzeitig machte er deutlich, dass Diskriminierung in ihren unterschiedlichsten Formen nach wie vor Realität ist – und Offenheit und Toleranz längst nicht überall selbstverständlich sind.
Die Hauptschule Erkelenz stellte ihr Projekt der „Diversity Coaches“ vor. Dabei erklärten die Schülerinnen und Schüler anschaulich verschiedene Formen von Diskriminierung. Begleitet wurde das Projekt von Clarissa Fahrenholz, die es gemeinsam mit den Lehrkräften umgesetzt hat.
Astrid Heyer, Systemberaterin für Extremismusprävention, erinnerte daran, dass nicht alle Menschen die Wahl haben, sich mit dem Thema Rassismus zu beschäftigen – oder eben nicht:
„Als weiß gelesene Menschen besitzen wir das Privileg entscheiden zu können, ob wir uns mit Rassismus auseinandersetzen.“
Wer täglich Mikroaggressionen in Form von Alltagsrassismus erlebt, hat diese Wahl nicht.
Besonders eindrucksvoll wurde es, als Hannah Schulz vom Carolus-Magnus-Gymnasium Übach-Palenberg ihr Poetry-Slam-Gedicht präsentierte. Mit klarer, pointierter Sprache hinterfragte sie das Selbstbild eines „toleranten Landes“ – und sorgte für einen Moment spürbarer Stille im Raum:
Willkommen in Deutschland dem Land der Dichter Denker und Datenschutzbeauftragten
Wir sind ein tolerantes, buntes Land.
So tolerant, dass wir sogar dich ertragen.
Aber wehe, du bist anders.
Oder laut.
Oder arm.
Oder queer.
Oder wütend.
Oder du stellst Fragen.
Dann heißt es
„Entschuldigung, das ist jetzt wirklich nicht der richtige Rahmen dafür.“
Und du denkst dir:
„Was wäre denn der richtige Rahmen?“
Die Antwort ist
Ein goldener.
Mit Schloss,
Zugangsbeschränkung
und drei Schlüsseln
einer für den Lobbyisten,
einer fürs PR-Team
und einer für unser Schweigen.
(Auszug)
Im Rahmen einer Projektwoche entstanden, zeigte das Gedicht, wie kraftvoll junge Stimmen sein können.
Auch über die geplante Einrichtung einer schuleigenen Antidiskriminierungsstelle berichteten Schülerinnen und Schüler. Viele der beteiligten Schulen engagieren sich zudem im Netzwerk „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Sie pflegen eine aktive Erinnerungskultur: Gedenkstättenfahrten, Stolperstein-Putzaktionen und digitale Projekte wie die Mitarbeit im Arolsen-Archiv (#everynamecounts) gehören inzwischen ebenfalls dazu.
Als gastgebende Schule stellte das Cusanus-Gymnasium seine Vielfalts-AG sowie die Eine-Welt-AG vor. Dabei wurde deutlich: Demokratisches Lernen endet nicht an der Schultür. Internationale Spendenprojekte und die Unterstützung einer Partnerschule in Brasilien zeigen, wie globale Verantwortung konkret gelebt werden kann.
Den Abschluss bildete ein Tanzworkshop von Neno Dance. Nenad Rademakers, der in seiner Heinsberger Tanzschule Street Dance unterrichtet, schaffte es innerhalb kürzester Zeit, alle Teilnehmenden in Bewegung zu bringen. Die gemeinsame Choreografie setzte ein lebendiges Zeichen für das offene Miteinander, das den gesamten Vormittag prägte.
Gefördert wurde die Veranstaltung vom Kommunalen Integrationszentrum Kreis Heinsberg und NRWeltoffen.
Interessierte Schulen, die im kommenden Jahr teilnehmen möchten, können sich an folgende Ansprechpartnerinnen wenden:
Astrid Heyer
Systemberaterin Extremismusprävention
E-Mail: Astrid.Heyer@kreis-heinsberg.de
Tel.: 02452 134067
Sonja Kremer
Schulische Bildung und Regionalkoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im Kreis Heinsberg
E-Mail: sonja.kremer@kreis-heinsberg.de
Tel.: 02452 134226
Schulische Bildung und Regionalkoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im Kreis Heinsberg
Tel.: 02452/13-4226
E-Mail: sonja.kremer@kreis-heinsberg.de